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18.09.2019

Klostermuseum in Merxhausen; Schicksale aus 800 Jahren unter einem Dach


Zahlreiche Hörstationen: Dagmar Lohmann vom Geschichtsverein Fritzlar ist von der Technik begeistert.

Nach zehn Jahren harter Überzeu-gungsarbeit und zähen Ringens um eine Finanzierung wurde gestern die Dauerausstellung zur Frauengeschichte im Klostermuseum Merxhausen eröffnet.

Für die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal war es das Ereignis schlechthin: Mit viel Prominenz wurde am Mittwoch das Klostermuseum in Merxhausen eröffnet und mit ihm die Dauerausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“. Sie ist das Herzstück des für 309 000 Euro sanierten Museums und erzählt die 800-jährige Geschichte des Klosters, in dem heute ein psychiatrisches Krankenhaus der Vitos Kurhessen untergebracht ist.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Frauenschicksale der vergangenen Jahrhunderte. Aus diesem Aspekt ergibt sich auch die Einzigartigkeit der Darstellung, mit der der Verein möglichst viele Besucher in die neuen Räume locken möchte und auf ein breites überregionales Interesse hofft.

Die Planungen für die Ausstellung sind etwa zehn Jahre alt und gehen auf den früheren Vorsitzenden des Kultur- und Geschichtsvereins, Hartwin Neumann, zurück. Der war ganz begeistert vom Ergebnis seiner Vorarbeiten und dem Einsatz des Vereins, dem er von seinem neuen Wohnsitz in Oberbayern aus weiterhin die Treue hält. „Es ist umwerfend“, lobte er beim Blick in die Räume die Arbeit seiner Nachfolger – „es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe“.

Die Ausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ im Klostermuseum Merxhausen ist eröffnet: Grund zur Freude für (von links) Museumsleiter Ernst Rogge, den früheren Vorsitzenden des Kultur- und Geschichtsvereins Hartwin Neumann und den jetzigen Vorsitzenden Joachim Hübner.

Angetan von der zurückhaltenden, modernen Eleganz der Räume zeigten sich auch die 75 geladenen Gäste, die im Anschluss an die Grußworte die Ausstellung in Augenschein nahmen. Exponate und Informationen kommen unaufdringlich und mit dem Fokus aufs Wesentliche daher. Wer tiefer in die Geschichte des Klosters und der in ihm lebenden Menschen eintauchen mag, kann dies an den zahlreichen Hörstationen tun. Auszugsweise werden auf Stoffbahnen, die vor den Fenstern angebracht sind, Schicksale von Frauen skizziert.

Glücklich und stolz zeigte sich gestern auch der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins, Joachim Hübner. „Es war ein langer, steiniger und manchmal auch frustrierender Weg“, den der Verein mit Kurs auf die Dauerausstellung habe nehmen müssen. Doch er habe sich gelohnt. Für die Zukunft des Hauses formulierte er einen Wunsch: Das Museum möge nicht länger als das Museum des Vereins betrachtet werden, sondern als Museum aller.

Dr. Ulrich Adolphs, der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst angereist war, sagte mit Blick auf den enormen Vorlauf des Projekts, dass dies typisch sei für kulturelle Vorhaben. „Man braucht einen langen Atem. Und es handelt sich um Gemeinschaftsprojekte mit vielen Beteiligten.“

Bad Emstals Bürgermeister Stefan Frankfurth und auch seine Vorredner strichen in ihren Grußworten die Hartnäckigkeit hervor, mit der der Kultur- und Geschichtsverein sein Ziel verfolgte. „Diese Akribie war bewundernswert.“ Am Ende waren es 2600 ehrenamtliche Stunden, die die Mitglieder des Vereins in das Museum und seine Runderneuerung investiert haben. Ausstellung und Museum machten die Gemeinde für den Tourismus und die heimische Wirtschaft interessa



Quelle: HNA

27.01.2018

Kunst fördern in ländlicher Region - Museum erhält Bildersammlung von Bode-Schüler Björn Hübert


MERXHAUSEN. Gemeinsam mit dem Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal will Björn Hübert aus Kassel Kunst in die ländliche Region Kassel bringen. Hierfür hat er einen Teil seiner Bildersammlung dem Bad Emstaler Klostermuseum in Merxhausen geschenkt.
Der Vertrag, so Hartwin Neumann, Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins, wurde jetzt unterzeichnet. Die ausgewählten Bilder sind künftig ein unveräußerlicher Bestandteil des Klostermuseums und „eine ausgezeichnete Basis für viele sinnhafte Arbeitsansätze“.
Insgesamt handelt es sich um 40 Arbeiten. Daneben können noch einmal soviel Bilder Hüberts, der ein Schüler Arnold Bodes war, verkauft werden. Bode ist Begründer der Kunstausstellung documenta und gilt als ein Wegbereiter der abstrakten Kunst.
Für das Museum habe die Gemäldesammlung nach Auffassung Hartwin Neumanns vor allem in dreierlei Hinsicht Bedeutung. So spiele sie eine Rolle in der Kunsttherapie der Psychiatrie. Zudem bilde sie einen museumspädagogischen Schwerpunkt, vor allem für die Grundschule Balhorn und die Christine-Brückner- Schule. Darüber hinaus wolle der Verein die Bilder an Institutionen und Museen verleihen, um sie in weiteren Ausstellungen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hübert greift in seinen modernen und abstrakten Arbeiten die Themen Freiheit, Toleranz und Dialog auf.
 
Schenkt dem Klostermuseum Merxhausen eine Auswahl seiner Sammlung: Der Kasseler Künstler Björn Hübert. Foto: privat
„Wir wollen freies Malen, Kunst, Künstler und Kultur in Bad Emstal und der Region Kassel fördern“, betont Neumann. Regelmäßig sollen Ausstellungen stattfinden. Hübert hatte erstmals im Jahr 2011 einen Teil seiner Arbeiten in Bad Emstal präsentiert. Im vergangenen Herbst bot der 75-Jährige in Merxhausen einen Workshop an. „Wir planen eine Ausstellung an verschiedenen Orten in Bad Emstal“, kündigt Neumann an. In öffentlichen Gebäuden, aber auch in Geschäften der Gemeinde könnten die Bilder gezeigt werden. (ant)
Wer Interesse hat, Bilder auszustellen, kann sich bei Hartwin Neumann melden unter 05624/5241 und per E-Mail: hartwin.neumann@t-online. de


Quelle: HNA

07.12.2017

Geld von der EU fürs Museum - Landkreis Kassel bewilligt 44 000 Euro aus dem Leader-Programm für Gutshofumbau


MERXHAUSEN. Das Gutshof- gebäude in Merxhausen soll für die Bedürfnisse eines mo- dernen Museums umgebaut werden. Nun hat der Landkreis Kassel die angekündigten Mittel aus dem europäischen Leader-Programm an den Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal übergeben. Damit kann der Verein über 44 184 Euro verfügen, so Vizelandrätin Susanne Selbert.
Mit der Förderung wird der Kultur- und Geschichtsverein in die Lage versetzt, die 227 000 Euro teure Umbaumaßnahme für das Museum umzusetzen. „Um im Gutshof- gebäude ein für die Besucher ansprechendes Museum einzurichten, sind sowohl bauliche Maßnahmen wie auch eine ansprechende Ausstattung der Dauerausstellung notwendig“, erläutert Selbert. Zu den geplanten Baumaßnahmen, die nichts am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes ändern, gehört eine Neuanordnung der Räume, Flure und Treppenaufgänge. Außerdem werden eine neue Beleuchtung, neue Texttafeln, moderne Museumstechnik und die Voraussetzungen für eine optimale Objektpräsentation geschaffen.
Der Kultur- und Geschichtsverein erhält für die Gesamtmaßnahme neben der Leader-Förderung Zuschüsse des Landes Hessen und des Landkreises sowie Spenden der Kasseler Sparkasse und von vielen weiteren Einzelspendern. Außerdem hilft die Vitos Kurhessen GmbH als Eigentümer des Gutshofs bei den Sanierungs- arbeiten. „Das große Engagement des Vereins und seiner Mitglieder und die vielen Spenden zeigen, dass viele Menschen in unserer Region hinter dem Klostermuseum stehen“, sagte Selbert. Das Projekt soll bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein.
Ziel ist es, im Gutshofgebäude des ehemaligen Klosters Merxhausen ein Klostermuseum mit einer Dauerausstellung zu „800 Jahren Frauenbilder“ einzurichten. Die Idee dazu stammt bereits aus dem Jahr 1999. Sieben Jahre später wurde die jetzige Sammlung eröffnet. Seit dieser Zeit wurde an einer Sanierung und Optimierung des Museums gearbeitet, die jetzt realisiert werden kann. (ant)
 
Freuen sich über die finanzielle Unterstützung: Joachim Hübner (von links) und Ingeborg Ritter (bei- de Vorstand Kultur- und Geschichtsverein), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Selbert, Hartwin Neu- mann (Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins) und Museumsleiter Ernst Rogge. Foto: privat


Quelle: HNA

08.11.2017

Wände und Türen müssen weichen - Umbau des Klostermuseums Merxhausen soll noch in diesem Jahr beginnen – Umsetzung auf Fläche von 140 Quadratmetern


MERXHAUSEN. In den Jahren, in denen Hartwin Neumann unermüdlich für die Dauerausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ im Klostermuseum Merxhausen kämpfte, erlebte er mehr Tiefen als Höhen. Das Besondere, mit dem seine Idee und die des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal behaftet ist, öffnete keineswegs nur Türen. Oft endete sein Weg vor Problemen.
Das größte war das der Finanzierung. So sollte die professionelle Aufarbeitung der 800-jährigen Frauengeschichte am Beispiel von Merxhausen zunächst mehr als 400 000 Euro kosten. Doch Neumann und der Verein, dessen Vorsitzender er ist, bekamen das Geld nicht zusammen. Von der Gemeinde Bad Emstal, die selbst wegen finanzieller Engpässe unter dem Schutzschirm des Landes Hessen steht, war nicht viel zu erwarten. Hier und da gab es mal eine Spende, aber die großen Geldgeber fehlten zunächst.

Minimalkonzept

Also speckte der Verein sein Vorhaben ab und präsentierte ein Minimalkonzept. Dabei galt es für Neumann, mit Fingerspitzengefühl zu Werke zu gehen. All zu klein durfte die Dauerausstellung, für die Experten bereits eine Rahmenkonzeption und ein Feinkonzept erstellt haben, nicht werden. Denn der Hessische Museumsverband, der mittlerweile durchaus Gefallen an dem Frauenthema gefunden hat, will in der Museumslandschaft mit dem Projekt einen deutlichen, wahrnehmbaren Akzent setzen.
 
Sind hinsichtlich der Neugestaltung des Museums in Merxhausen guter Dinge: Hartwin Neumann (links), Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal, und Museumsleiter Ernst Rogge. Foto: Thon

Und so wird das Museum nun auf einer Fläche von 140 Quadratmetern umgesetzt. Verbunden mit der Reduzierung des Umfangs ist auch ein Rückgang bei den Kosten, die nun nach Angaben von Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel, bei 227 000 Euro liegen werden. Zunächst soll in diesem Jahr mit dem Umbau der Immobilie begonnen werden, die Vitos gehört. Das Unternehmen werde sich an den Arbeiten ebenfalls beteiligen, sagt Hartwin Neumann. Wände und Türen würden entfernt, sodass später die Besucher die neun Stationen der Frauengeschichte auf einem Rundgang erleben können. Der Fußboden müsse ebenso erneuert werden wie die Elektrik und die sanitären Anlagen. Für Gäste soll ein Museumsshop entstehen. Das Büro des Vereins werde in den zweiten Stock verlagert. Der Versammlungsraum im Erdgeschoss soll bleiben. Dort könnten künftig wechselnde Ausstellungen stattfinden, sagt Neumann.
Die eigentliche inhaltliche Einrichtung des Museums soll nach Angaben Nissens folgen, wenn der alte Gutshof renoviert ist. Diese Phase der Arbeiten erstreckt sich über zwei Jahre; für 2019 schließlich ist die Eröffnung geplant.

Von Antje Thon

HINTERGRUND:
800 Jahren Frauen in Merxhausen
Es beginnt mit der Gründung des Klosters im Jahr 1213 in Merxhausen und reicht bis weit in das 20. Jahrhundert. Für diesen Zeitraum ist die Betreuung von Frauen das Alleinstellungsmerkmal in Merxhausen. Frauen treten als Nonnen, Hospitalitinnen, Patientinnen und Pflegerinnen auf. Ihre 800- jährige Geschichte soll auf Initiative des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal in eine bundesweit einmalige Darstellung münden, für die das Klostermuseum Merxhausen die Kulisse bildet. Unter dem Titel „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ soll die Ausstellung in den kommenden beiden Jahren aufgebaut und 2019 eröffnet werden. (ant)


Quelle: HNA

08.11.2017

Weg frei für Museum über Frauengeschichte - Hessen und EU unterstützen Dauerausstellung in Merxhausen


MERXHAUSEN. An einer Ausstellung über Frauen am Beispiel der 800-jährigen Geschichte des Klosters Merxhausen arbeitet der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal seit vielen Jahren. Nun scheint der Verein um seinen Vorsitzenden Hartwin Neumann am Ziel zu sein: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Landkreis Kassel wollen dem Vorhaben finanziell auf die Beine helfen.
Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel, bestätigte auf HNA-Anfrage, dass sowohl die bauliche Umgestaltung des ehemaligen Gutshofes und die Einrichtung der Ausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ gefördert werden. Das Projekt habe einen Kostenumfang von 227 000 Euro. Viel kleiner habe das Vorhaben auch nicht sein dürfen, weil der Hessische Museumsverband, der ebenfalls mit im Boot ist, bei der Ideenumsetzung nicht an ein kleines Landmuseum gedacht habe, sondern an eine Bereicherung der hessischen Museumslandschaft um eine Ausstellung mit Alleinstellungsmerkmal.
Möglicherweise noch in diesem Jahr soll mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden. Hierfür reicht der Landkreis Kassel EU-Fördermittel aus dem Programm Leader weiter. Zuvor hatte das Regionalforum der Leader-Region Casseler Bergland, zu der Bad Emstal zählt, dem Projekt mit großer Begeisterung zugestimmt. Um die Ausstellung mit neun Stationen unterzubringen, müssten in mehreren Räumen Wände herausgebrochen werden, sagt Vereinsvorsitzender Neumann. So soll ein Rundgang entstehen.
Ab 2018 soll schließlich das Gestaltungskonzept entwickelt werden. Auf dessen Grundlage wird die Ausstellung inhaltlich mit Leben gefüllt, damit nach der für 2019 anvisierten Eröffnung Besucher auf eine Zeitreise durch 800 Jahre Frauengeschichte gehen.

Von Antje Thon


Quelle: HNA

08.11.2017

Solitär im Gutshof - Norbert Müller über die Dauerausstellung


Das ist doch mal was anderes. Nicht noch ein Heimatmuseum, wie es sie schon so viele landauf, landab gibt. Sondern eine Ausstellung, die als Solitär weit über die Region Bedeutung haben soll.
Warum das ambitionierte Vorhaben gelingen kann? Die Vergangenheit Merxhausens gibt es her. 800 Jahre Frauengeschichte unter dem Titel „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ lassen sich am Beispiel des kleinsten Bad Emstaler Ortsteils gut darstellen, da können weitaus größere Kommunen längst nicht mithalten.
Die wechselvolle Historie seit dem Klosterbau im 13. Jahrhundert ist ein reicher Fundus: Zerstörungen durch Brand und Krieg, einschneidende Veränderungen durch die Reformation und dem Aufstieg zu einem der vier Hohen Hospitäler, die Umwandlung in eine Landesheilanstalt, das Leiden und Sterben der Patienten im Zuge der von den Nazis angeordneten Euthanasie.
Man darf gespannt sein auf eine besondere Einrichtung, die von örtlichen Heimatgeschichtlern mit einem Gespür für eine tragende Thematik und mit großer Überzeugung auf den Weg gebracht wurde. nom@hna.de


Quelle: HNA