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15.06.2019

Veranstaltung - 22.06.2019:


Führung

Samstag, 22. Juni 2019, 14.00 Uhr
Bad Emstal-Merxhausen, Platz vor der Vitos Klinik

Merxhausen

Kloster – Hospital – Heilanstalt – Lazarett – Friedhof
Eine Spurensuche mit Joachim Hübner

Eintritt: 5,00 €



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11.06.2019

Station II:


Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage, was werden Sie bald in der Ausstellung
"Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“
unseres Klostermuseums entdecken können? Hier ein Beispiel, das Sie neugierig machen soll:

Raum 3, Station II: Jede Menge Mitarbeiterinnen

Pflegestechuhr

Pflegestechuhr mit Ledertasche und Schlüssel zur Kontrolle des Nachtdienstes (ca. 1950)

Bei der Gründung des Hospitals Merxhausen (1533) gab es noch keine Aufwärter oder Aufwärterinnen in einem Dienstverhältnis. Rüstige Hospitalitinnen sorgten für Bewohnerinnen, die sich nicht selbst helfen konnten. Erst Ende des 17. Jh. bildeten sich Stel-len mit Entlohnung für das Wartpersonal – auch für Ehepaare – aus. Um 1820 gewannen medizinische Belange für sie zunehmend an Bedeutung. Da Merxhausen bis 1910 eine reine Frauenanstalt war, gab es hier nur Pflegerinnen. Sie wohnten in der Anstalt und durften sie nur mit Genehmigung verlassen oder Besuch empfangen. Sobald sie heirateten, verließen sie in der Regel die Einrichtung, was zu einer hohen Fluktuation und zu einem „Pflegenotstand“ führte. Seit Ende der 1920er Jahre erhielten Pflegekräfte eine kurze Ausbildung. Das erste Krankenpflegesetz von 1957 schuf einen einheitlichen Ausbildungsgang.

Bis in die 1970er Jahre herrschte in Merxhausen ein recht strenges Regiment. Die Dienstanweisung von 1907 regelte detailliert die Pflichten der Pflegerinnen.
Das galt natürlich auch für den Nachtdienst. Abends mussten sich die Patientinnen im Schlafsaal ausziehen und ihre Kleidung auf Bänken im Tagesraum ablegen. Die Tür wurde dann verschlossen. Die wachhabende Pflegerin hatte jede halbe Stunde nachzuprüfen, ob die Patientinnen schliefen. Mit einer Lampe beleuchtete sie deren Oberkörper und kontrollierte die Atmung. Nach jedem Kontrollgang musste die Pflegerin den Schlüssel in die Stechuhr stecken und die Uhr weiterdrehen. Ein Papierstreifen hielt den Zeitpunkt genau fest. Am nächsten Morgen prüfte die Oberschwester die Stechuhr und kontrollierte, ob die Halbstunden-Zeiträume eingehalten worden waren. Wehe das war nicht der Fall, dann bekam die Pflegerin gehörigen Ärger.



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07.06.2019

Neue Ausstellung im KlosterMuseum:


Im Herbst 2019 soll die neue Ausstellung im Klostermuseum Bad Emstal fertig sein.

Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder

lautet ihr Titel. Sie erzählt die mehr als 800jährige Geschichte der sozialen Einrichtung in Merxhausen. Beginnend mit der Klostergründung (1213), dessen Umwandlung in ein Hospital für arme, kranke und bedürftige Frauen aus den nordhessischen Dörfern (1533), dem Ausbau zu einer Anstalt für geisteskranke Frauen (19. Jh.) bis zur Reformpsychiatrie der 1970er Jahre und zur heutigen Vitos Klinik.


Jeder der sieben Räume widmet sich unterschiedlichen Schwerpunktthemen, zum Beispiel Anstaltsmode, Gewalt, Tod, Behandlungsmethoden sowie Krankheit und Kreativität.


Frauenschicksale aus acht Jahrhunderten stehen im Mittelpunkt und bilden das Spezifikum dieser Ausstellung. Augustiner-Nonnen, Hospitalitinnen, Aufwärterinnen, Pflegerinnen, Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen gehören dazu.

 

Susanne Selbert (Foto: LWV)

Natürlich hat eine Frau die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen – Susanne Selbert, damals Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Kassel. Auch als Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen bleibt sie dem Klostermuseum treu.

Den Eröffnungstermin und die Öffnungszeiten werden wir rechtzeitig bekannt geben.

Zuletzt geändert am 07.06.2019 um 14:28 Uhr



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