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„Wir öffnen Türen und Fenster“ Eine Fotoausstellung über aussterbende Berufe
Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Christine-Brückner-Schule

Fotos: Ulf Jung-Kleyer Texte: Klasse 9G
Die Ausstellung wird derzeit im Kreishaus des Landkreis Kassel gezeigt.
Die Ausstellung "Wir öffnen Türen und Fenster" ist eine Photo- und Textdokumentation über traditionelle, zum Teil vom Aussterben bedrohte Handwerkerberufe in Bad Emstal und den Nachbargemeinden.
Die 19 Bilder der Ausstellung sind das Produkt einer Unterrichtseinheit im Fach Arbeitslehre im Jahrgang 8 des Gymnasialzweigs der Christine-Brückner-Schule: Im Oktober 2009 begannen Schülerinnen und
Schüler der G8 Nachforschungen über Berufe ihrer Großeltern anzustellen. Bei ihren Recherchen fanden die Schüler heraus, dass einige Handwerksberufe bereits in der dritten oder vierten Generation in der
Familie ausgeübt wurden ... aber offensichtlich keine weiteren Nachfolger fanden.
Im gemeinsamen Unterricht arbeiteten wir heraus, dass altehrwürdige Handwerksberufe, wie z.B. der
Schmied, der Stellmacher, der Zimmermann, der Schuster, als Folge des gesellschaftlichen Wandels, technischer Veränderungen und industrieller Produktion völlig an Bedeutung verloren hatten und den jungen
Menschen im 21. Jahrhundert kaum Zukunftsperspektiven boten.
Um das überlieferte Wissen und traditionelle Können der "alten Handwerker" nicht in Vergessenheit
geraten zu lassen, machten wir es uns zur Aufgabe, dieses in einer Photo-Text-Dokumentation der Nachwelt zu erhalten.
Die Schüler/innen der G9 zeichneten die Lebensläufe der Handwerker und die Entwicklungsgeschichte
ihres Handwerks auf, während ich als verantwortlicher Lehrer die Interviewten fotografierte.
Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Projekts leistete der Kultur- und Geschichtsverein Bad
Emstal. Dessen Vorsitzender
Hartwin Neumann und zahlreiche Vereinsmitglieder standen uns immer wieder mit ihrem Erfahrungs- und
Wissensschatz zur Verfügung. Durch diese Zusammenarbeit waren wir in der Lage, ein breiteres Spektrum der örtlichen Handwerkerschaft abbilden zu können.
Von den Vereinsmitgliedern erhielten wir wertvolle grundlegende aber auch konkrete Informationen über die
uns interessierenden Berufe: Wir bekamen Ansprechpartner, Namen, Telefonnummern, Adressen ... und auch Gesprächstermine vermittelt.
Parallel dazu besuchten wir die vom Kultur- und Geschichtsverein veranstalteten "Erzählcafes" im
Klostermuseum in Merxhausen, bei denen Menschen von ihrem Leben erzählten und aus ihrem Berufsleben berichteten. Unter anderem traten dort auf zwei Schneidermeister und ein Zimmermann.
Bei der Wahl des Mottos der Ausstellung orientierten wir uns an einem Partnerschaftsprojekt der CBS mit
einer Schule in Shanghai: "Wir öffnen Türen und Fenster" soll symbolisch den Anspruch unserer Schule ausdrücken, den Blickwinkel unserer Schulerinnen und Schüler zu öffnen - für Fremdes, für Neues ... aber
eben auch für Altes. Entsprechend präsentierten wir die Handwerksleute in der geöffneten Haustür oder am offenen Fenster.
Das Fazit am Ende des Projektes ist überaus positiv: Wir alle sind stolz auf eine sehr gelungene
Ausstellung, wir haben wichtige Unterrichtsinhalte auf eine für alle Beteiligte spannende Art und Weise erarbeitet und unsere Schüler/innen haben in der Beschäftigung mit den alten Handwerksberufen (und dem
zum Teil betagten Repräsentanten dieser Berufe) wichtige Einsichten und Einblicke für ihr weiteres Leben gewonnen.
Ausstellungsdokumentation:
Ausstellungen 2010
Ausstellungen 2009
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